![]() Gustav Zindel - der Maler des Erzgebirges
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Wenn man den Grenzübergang für Wanderer von Oberwiesenthai nach Böhmisch-Wiesenthal (Loucna) benutzt, bekommt man auf einer Anzeigentafel einen kleinen Hinweis auf eine „Galerie Gustav Zindel“. Man muß sich nach dem Überqueren des Pöhlbaches nach links wenden und findet dann diese Galerie auf der rechten Seite in einem der letzten Häuser im ersten Stock. Im Erdgeschoß ist ein großer Verkaufsraum untergebracht, darüber befindet sich neben der Galerie noch das Gemeindeamt (obecn! ufad). Die Ausstellung ist klein und bescheiden, gibt aber trotzdem einen Eindruck des künstlerischen Erbes wieder.
Gustav Zindel wurde am 13 .8. 1883 in
Rodenau (Radenov) bei Komotau (Chomutov) geboren. Seine Eltern besaßen einen kleinen Bauernhof. Zur Schule mußte er ins Nachbardorf Platten (Blatno). Ganz in der Nähe des bekannten Wallfahrtsortes Quinau (Kvetnov) mit der St.-Maria-Kapelle. Nach der Volksschule ging er nach Komotau in die Lehre und konnte anschließend zwei Jahre in Nürnberg die Kunstgewerbeschule besuchen.
Zu Hause machte er sich nach schwierigen Jahren selbständig, entwarf Postkarten, arbeitete für Werbung und für illustrierte Zeitschriften. Bald wurde man in Karlsbad auf ihn aufmerksam. Er bekam Aufträge. Seine Bilder, die vorwiegend das Leben im Erzgebirge und des Egerlandes darstellen, sind deshalb heute größtenteils Eigentum
des Karlsbader Museums.
1926 heiratete er. Zu seiner künstlerischen Tätigkeit kam nach dem Tode der Eltern die Arbeit in der Landwirtschaft.
Schwierig wurde es für ihn nach dem 2. Weltkrieg. Mit seiner Familie wurde er in ein Dorf (bei Podersam (Podborany) umgesiedelt. 1948 wurden seine Söhne in die Uranbergwerke Joachimsthal (Jachymov) verpflichtet, in denen schlimme Arbeitsbedingungen herrschten. Das brachte es mit sich, daß die ganze Familie wieder ins Erzgebirge kam und zwar nach Böhmisch-Wiesenthal. Hier fühlte sich Gustav Zindel wohler als im entfernten Saazer Becken, und es entstanden noch mehrere Bilder seiner erzgebirgisehen Heimat bis zu seinem Tode am 21.11.1959.
Sein gepflegtes Grab findet man auf dem Friedhof von Böhmisch-Wiesenthal. Heute nun wird in der kleinen Galerie im böhmischen Nachbarort von Oberwiesenthal das Andenken an den sicherlich berühmtesten Einwohner der Gemeinde gepflegt.
(Für den Text wurden Aufzeichnungen der, „Galerie Gustav Zindel“ benutzt.)
pks
